Jojo Moyes - Mein Herz in zwei Welten

Jojo Moyes - Mein Herz in zwei Welten

Es sind immer die Frauen, die im Leben die wirklich schwierigen Entscheidungen treffen müssen. Aber es liegt ein großer Trost darin, etwas zu tun, was man gern macht
— Jojo Moyes, Mein Herz in zwei Welten
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Klappentext: rag deine Ringelstrumpfhosen mit Stolz. Führe ein unerschrockenes Leben. Fordere dich heraus. Lebe einfach.“
Diese Sätze hat Will Louisa mit auf den Weg gegeben. Doch nach seinem Tod brach eine Welt für sie zusammen. Es hat lange gedauert, aber endlich ist sie bereit, seinen Worten zu folgen und wagt in New York den Neuanfang. Die glamouröse Welt ihrer Arbeitgeber könnte von Lous altem Leben in der englischen Kleinstadt nicht weiter entfernt sein. Dort ist ein Teil ihres Herzens zurückgeblieben: bei ihrer liebenswert chaotischen Familie und vor allem bei Sam, dem Mann, der sie auffing, als sie fiel. Während Lou versucht, New York zu erobern und herauszufinden, wer Louisa Clark wirklich ist, muss sie feststellen, wie groß die Gefahr ist, sich selbst und andere auf dem Weg zu verlieren. Und am Ende muss sie sich die Frage stellen: Ist es möglich, ein Herz zu heilen, das in zwei Welten zuhause ist?

Some thoughts on ... „Mein Herz in zwei Welten“:
Die Geschichte von Lou und Will ist für unseren Blog eine ganz Besondere, denn genau mit dem ersten Teil "Ein ganzes halbes Jahr" begann auch unsere Freundschaft. Ähnlich wütend haben wir beide dieses Buch beendet und haben uns dann das erste Mal über dieses Buch und dann noch ganz viele andere Geschichten ausgetauscht.
Für mich war der erste Teil irgendwie immer eine unbeendete Geschichte. Ich konnte nicht verstehen wie Will seine Beziehung zu Lou so weit provozieren musste. Manchmal kam es mir so vor, als müsste er sich selbst noch etwas beweisen. Am Ende bleibt eine Lou mit großem Erbe aber gebrochenem Herzen zurück. Teil 2 beginnt dann genau in dem Chaos, wo der erste Teil aufgehört hat. Auch dieses Buch hat mir irgendwie das Gefühl gegeben als wäre die Geschichte unvollständig, als hätte Lou noch etwas zu erledigen. Auch wenn Sam als ein sehr ehrenwerter und liebevoller Mensch auftritt, habe ich immer das Gefühl gehabt, dass Jojo Moyes es sich etwas zu einfach gemacht hat direkt eine "neue" Liebe mitzubringen. Am Ende des zweiten Teils endet das Buch für mich mit einer Tochter des verstorbenen Wills und einer Lou, die zwar frisch verliebt ist, aber irgendwie immer noch nicht so wirklich weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll.
Als dann der dritte Teil angekündigt wurde, wusste ich nicht so ganz, ob ich mich freuen sollte. Bekommt Lou endlich das Ende, das sie verdient hat? Ich brauche etwas länger, fast 100 Seiten, um in die Geschichte reinzukommen. Es tauchen viele verschiedene Menschen auf, einige Geheimnisse schweben im Raum und mittendrin: Lou. Einen großen Anteil hat hier die überraschende Begegnung in der High Society von New York mit Will 2.0. Ich bin gespannt wie es weitergeht, ob die beiden sich wiedersehen werden und wie dieser Doppelgänger Lous Leben beeinflussen wird. Ansonsten schwebt man im New Yorker Leben von Lou mit. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kommt sie schnell in ihren Job rein, genießt das Großstadtleben und die neuen Herausforderungen, die all das mit sich bringen. 
Als Lou Briefe von Wills Mutter zugeschickt bekommt, die Will ihr selbst aus New York geschickt hat, bekommt ihr eigener Aufenthalt noch eine ganz andere Bedeutung und gibt näheren Einblick in das Leben ihrer ersten wirklich großen Liebe. Die Streitereien und Hürden, die Lou mit Sam hat, fühlen sich für mich teils sehr aufgedrängt an, irgendwie überspielt, denn natürlich gehört in eine gute Liebesgeschichte auch ein Drama?! Umso schöner ist es zu erleben wie sich die Beziehung zu Lous Schwester stetig verbessert und Lou abgesehen davon auch noch eine ganz besondere Freundin in New York dazugewinnt. Wills Tochter taucht dafür nur sehr selten und mit wenig Bedeutung auf. Na gut, sie ist der Kommunikationspunkt für zwei Menschen im Laufe der Geschichte, aber dennoch scheint mir ihr Auftauchen, so wie es auch im zweiten Teil schon war, irgendwie falsch zu sein. Ich hätte sie nicht vermisst, wenn man sie im dritten Teil nicht erwähnt hätte und das bestätigt mein Gefühl zum zweiten Buch nochmal.
Das Ende ist in manchen Punkten überraschend, in manchen aber auch nicht. Dennoch ist es eine sehr schöne Geschichte und von drei Teilen endlich ein Buch, das ich weglege und nicht tausend Fragen im Kopf und Ärger im Bauch fühle. Wer sich also bisher über die bisherigen zwei Teile geärgert hat, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben!

Was mir gefiel:
Ich war begeistert wie aus Lous etwas außergewöhnlichen Kleidungsstil eine klare Stärke geworden ist und sie dies auch tatsächlich für sich nutzt. Außerdem ist die Beziehung zu ihrer Schwester für mich eine ganz Besondere. Es macht Spaß zu lesen, wie sich ihre Kommunikation und auch irgendwie ihr Vertrauen zueinander im Laufe der Geschichte verändert.

Was mir fehlte:
Die Integration von Wills Briefen. Ich hätte sehr gern noch mehr davon gehabt, denn ich finde, dass es eine perfekte Idee war, um Will, sein Leben und seinen Charakter nochmal den Lesern näher zu bringen.

Mein Gesamteindruck:
Ein schöner dritter Teil, der die Geschichte von Lou perfekt abschließt. Lou lernt sich in New York neu kennen, denkt an sich und lebt mutig ihren Traum. Lesenswert!

Meine Bewertung:

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