Lucy Clarke - Die Bucht, die im Mondlicht versank

Lucy Clarke - Die Bucht, die im Mondlicht versank

„Das dunkle Meer im Rücken und den seufzenden Hafen vor mir, denke ich: Was wir verloren haben. Was wir alle verloren haben.“
— Lucy Clarke, Die Bucht, die im Mondlicht versank

Klappentext:
Als Jacob sich von seiner Mutter Sarah verabschiedet, um zu einer Strandparty zu gehen, ist alles wie immer. Am nächsten Morgen ist nichts mehr, wie es war: Jacob ist verschwunden. Vor genau sieben Jahren verschwand auch Marley an diesem Strand, der Sohn von Sarahs bester Freundin Isla. Später wurde er tot geborgen. Verzweifelt sucht Sarah nach Spuren und stößt dabei auf viele Fragen: Wo war ihr Mann in der Nacht, als Jacob verschwand? Warum sind Jacobs Klamotten in Islas Haus? Und was verschweigt der Fischer, der damals Marleys Leiche fand? Stück für Stück setzt sich ein Bild der Ereignisse zusammen, das Sarah dazu zwingt, sich endlich einer Wahrheit zu stellen, vor der sie so viele Jahre lang die Augen verschlossen hat.

Some thoughts on ... „Die Bucht, die im Mondlicht versank“:
Auf „Die Bucht, die im Mondlicht versank“ bin ich durch meine Patentante gekommen. Sie hat mir ein großes Paket mit verschiedenen Büchern geschickt und dieses ist mir direkt ins Auge gesprungen. Nach den ganzen Thrillern, die ich in letzter Zeit gelesen habe, war das eine schöne Abwechslung - ein packendes Drama über die zwei Freundinnen Isla und Sarah, deren Familien und wie man sich manchmal zwischen Freundschaft und Familie entscheiden muss.

Ich mochte den Schreibstil und die leichte aber dennoch angespannte Atmosphäre. Während der ganzen Zeit habe ich mich gefragt, was passiert ist, dass eine langjährige Freundschaft so in die Brüche gehen kann. Und obwohl ich sehr oft manche Handlungsstränge bereits erahnt habe, verliert das Buch dadurch nicht an Spannung. 

Lucy Clarke hat ein sehr gutes Gespür, wann es Zeit ist dem Leser mehr Informationen über die Vergangenheit zu geben, ohne einen Bruch in der Geschichte zu verursachen. Dies hat sie perfekt gelöst, indem das Vergangene immer aus der Sicht von Isla erzählt wurde, die erst zum Ende des Buches tatsächlich in der Gegenwart auftauchte und vorher wie vom Erdboden verschwunden war.

So erfrischend ich das Drama fand, hatte ich dennoch bei den letzten 30 % einen kleinen Hänger. Ich musste mich etwas zwingen, das Buch weiterzulesen, wollte zum Ende kommen und endlich wissen was passiert ist. Irgendwie wurde für mich das Ende unnötig hinausgezögert.
Nachdem ich in letzter Zeit einige Krimis und Thrillers gelesen habe, fand ich es außerdem auch etwas eigen, dass Sarah und ihr Mann so oft auf eigene Faust losgezogen sind, um mehr über das Verschwinden ihres Sohnes zu erfahren. Inhaltlich für mich deswegen eher unlogisch, aber ich denke, das hat die Spannung ausgemacht. Somit trotzdem sehr gelungen mit einem Ende, das mich nochmal zum Nachdenken gebracht hat.

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Was mir besonders gefiel:
Definitiv die Zeitsprünge in die Vergangenheit durch Isla. Stück für Stück erfährt der Leser, was zwischen ihr und Sarah passiert ist und es kommt Licht ins Dunkel.

Was mir fehlte:
Zum Ende hin hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte schneller auf den Punkt kommt. Für mich wurde das Ende unnötig hinausgezögert.

Mein Gesamteindruck:
„Die Bucht, die im Mondlicht versank“ ist eine Geschichte gefüllt mit den verschiedensten Emotionen: Eifersucht, Verlustängste, Trauer, Egoismus und dennoch werden diese durchgehend durch Selbstlosigkeit begleitet. Lesenswert!

Meine Bewertung:

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