Ingrid Noll - Der Mittagstisch

Ingrid Noll - Der Mittagstisch

Mit einem Blick erfasste er das Szenario eines Horrorfilms: Blut, Messer, eine wachsbleiche Frau, ein Toter.
— Ingrid Noll, Der Mittagstisch
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Klappentext: Um Kinder allein aufzuziehen, braucht man Geld. Da Nelly, Mitte dreißig, Platz hat und gut kochen kann, holt sie sich zahlende Mittagsgäste ins Haus, darunter auch einen ebenso hübschen wie patenten Elektriker. Leider ist er in Begleitung. Doch die hat eine Erdnussallergie … Bald schon wird das Familienleben ebenso turbulent, wie der Menüplan abwechslungsreich ist.

Some thoughts on ... „Der Mittagstisch":
Dieses Buch ist das letzte aus dem Paket meiner Patentante. Ähnlich wie bei "Der Hahn ist tot" hat es ebenfalls nur wenige Seite. Ein Krimi, der mit 250 Seiten also auf dem Punkt gebracht wurde? Die Rückseite verspricht Großes und spricht von "es brodelt in der Mordküche". Nachdem ich von meinem ersten Ingrid Noll Buch begeistert war, erwarte ich also einiges.
Nelly ist eine junge allererziehende Frau mit zwei Kindern. Als sie beschließt in das Haus ihrer verstorbenen Großeltern zu ziehen, ergibt sich für sie eine ungewöhnliche Chance Geld in diesem Dorf zu verdienen. Denn nachdem eine Freundin sie regelmäßig zum Mittagessen besucht und nach und nach Kollegen, ihren Vater und andere vertrauenswürdige Menschen mitbringt, wird der illegale Mittagstisch bei ihr zuhause ins Leben gerufen. 
Die Geschichte wirkt leicht aber im Sprachstil sehr altmodisch. Manchmal habe ich nicht das Gefühl, dass eine Mittedreißiger Frau mir ihre Geschichte erzählt, sondern jemand, der ein ganzes Stück älter ist. Nichtsdestotrotz bleibe ich an der Geschichte dran und bin gespannt was mich erwartet. Lange Zeit plätschert die Geschichte so vor sich hin bis ihr Ex-Mann aus dem Nichts auftaucht und ihre Kinder in die USA nehmen möchte. Was dann passiert ist für mich nicht ganz zu erklären. Die Todesfälle, die passieren, scheinen zum Teil wie ein tatsächlicher Unfall oder aus purem Affekt geschehen zu sein. Gleichzeitig wirkt es für mich absolut seltsam, dass die Komplizen ohne große Nachfrage bei der Vertuschung eines Mordes helfen. Auch als die Morde passieren, kommt für mich nicht wirklich Spannung auf. Für mich brodelt es so gar nicht in der Mordküche. Stattdessen scheint es für mich eine Geschichte zu sein von einer Frau, die endlich angekommen zu sein scheint, nette Menschen um sich herum hat und einen tollen Job für sich entdeckt hat. Irgendwo mussten die Morde noch eingebaut werden, aber irgendwie passt es für mich einfach nicht. 

Was mir gefiel:
Obwohl die Geschichte für mich die ganze Zeit vor sich her plätschert und wirklich einen puren Alltag darstellt, erwarte ich irgendwie noch mehr, schaffe es nicht das Buch wegzulegen und es durchzulesen. Toller Sprachstil!

Was mir fehlte:
Bei einem Krimi erwarte ich mehr Spannung, mehr Nervenkitzel. In der ganzen Geschichte stand nie der Mittagstisch und somit Nellys Job auf dem Spiel. Nie wäre er aufgeflogen und auch die anderen Morde versinken schnell im Alltag aller vorhandenen Personen. 

Mein Gesamteindruck:
"Der Mittagstisch" ist für mich eine ernüchternde Geschichte und kommt nicht ansatzweise an "Der Hahn ist tot" dran. Deswegen gibt es von mir nur 2 von 5 Sternen. 

Meine Bewertung:

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