Ingrid Noll - Der Hahn ist tot

Ingrid Noll - Der Hahn ist tot

Ich hätte sie auf der Stelle erwürgen können. Erwürgen? Warum eigentlich nicht.
— Ingrid Noll, Der Hahn ist tot
Der Hahn ist tot.JPG

Klappentext: Das ledige, ältere Fräulein Rosemarie erlebt ihren ersten Frühling, als sie in Liebe zu dem Lehrer Witold entflammt. Sie schleicht fortan bei Nacht- und Nebelaktionen um das Haus des Objektes ihrer Begierde, um es zu beobachten. Bei diesen detektivischen Nachforschungen beobachtet Rosi, wie Witold auf seine alkoholkranke Frau schießt. Sie ist aber nicht tot. Ein Grund für Rosi, sich einzumischen und ihrem Angebeteten tatkräftig zur Hand zu gehen. In ihrem Liebeswahn erwartet sie eine konspirative Zusammenarbeit und ein Entgegenkommen ihres Traummannes.

Some thoughts on ... „Der Hahn ist tot":
Die Geschichten von Ingrid Noll sind irgendwie bisher an mir vorbei geflogen. Nachdem mir meine Patentante diese Autorin aber strengstens ans Herz gelegt und mir dabei auch direkt zwei Bücher von ihr zugeschickt hat, habe ich mich an diese besondere Art des Krimis getraut.
Die Geschichte hat weniger als 300 Seiten und besticht von Anfang an durch seine authentische Sprache einer Frau im mittleren Alter. Rosemarie ist eine unauffällige Frau, die für wenig im Leben zu begeistern zu sein scheint. Ihre Freunde und Beziehungen zu Männern kann man an einer Hand abzählen und hierdurch fühlt sie sich generell vom Leben bestraft und benachteiligt. Dies ändert sich allerdings als Rosemarie sich in einem Mann verliebt und einen Weg findet Macht über andere Menschen ausüben zu können.
Das Buch scheint nicht viel von Absätzen und Kapiteln zu halten, stattdessen fließen Tage und Orte ineinander über und ich habe teilweise das Gefühl als würde ich mit dieser Frau in einem Café sitzen und sie erzählt mir persönlich die ganze Geschichte.
Obwohl es nicht wirklich einen Höhepunkt gibt, packt mich die Geschichte. Wie geht Rosemarie mit den Ereignissen um? Wie lange kann tatsächlich ihre Naivität über der Realität stehen? Wie lang macht ihre Psyche das noch mit? An einem gewissen Punkt kann ich dieses Buch nicht mehr weglegen, weil ich mich frage wie so eine Geschichte ihr Ende finden kann. Ein Krimi und doch kein Krimi - einfach eine unfassbar unterhaltsame Geschichte mit einer riesen Portion schwarzem Humor.

Was mir gefiel:
Obwohl es nicht wirklich einen riesen Spannungsbogen wie bei klassischen Krimis/Thrillern gibt, bin ich von der Geschichte gebannt. Die Geschichte ist zum Teil so abstrus, dass das Buch es schafft, dass ich den Kopf schüttle, schmunzle und gleichzeitig gebannt sein kann.

Was mir fehlte:
Zum Teil fehlen mir doch ein paar mehr Informationen. Das Gefallen an Wietold kam für mich aus dem Nichts. Was macht ihn im Vergleich zu anderen so besonders? Wann kommt tatsächlich der Punkt an dem Rosemarie wirklich den Sinn zur Realität und Verhältnismäßigkeit verliert und was sieht Wietold tatsächlich in ihr? Hält er die Beziehung aufrecht für sein eigenes Ego, mag er sie tatsächlich?

Mein Gesamteindruck:
Der Hahn ist tot ist definitiv eine Geschichte wie ich sie noch nicht gelesen habe - makaber, zum Schmunzeln und sehr unterhaltsam. Eine tolle Abwechslung zu den etwas schwereren Krimis von Fitzek und Co. Da ich diese packenden Thrillern besonders liebe, gibt es von mir aber nur 3 von 5 Sternen, da mir einfach der Spannungsbogen gefehlt hat.

Meine Bewertung:

3star.png
Der Hahn ist tot
EUR 12,00
Lucinda Riley - Das Mädchen auf den Klippen

Lucinda Riley - Das Mädchen auf den Klippen

Lucinda Riley - Die sieben Schwestern

Lucinda Riley - Die sieben Schwestern