Anne Heche - Call Me Crazy

Anne Heche - Call Me Crazy

„Was Beziehungen betrifft, bekommst du was du bist. Wenn du dich selbst nicht im Griff hast, wirst du jemanden finden dem es genauso geht. Das sind wir gewöhnt, deshalb ziehen wir es an. Es gibt auch eine Bezeichnung dafür: Co-Abhängigkeit. Wenn du unglücklich bist und versuchst die Probleme zu deinen Eltern aufzuarbeiten, wirst du jemanden finden der dasselbe tut. Wir finden unsere Eltern in jedem unser Partner wieder, bis wir uns selber heilen.“
— Anne Heche, Call Me Crazy

Klappentext:
Als Schauspielerin lebt Anne Heche ein Leben in der Öffentlichkeit. In „Call Me Crazy“ offenbart sie die Frau hinter den Schlagzeilen. Die Frau, die in einer streng religiösen Familie aufwuchs und von ihrem homosexuellen Vater von frühster Kindheit an missbraucht wurde. Anne zeigt in ihrer berührenden Autobiografie, wie sie sich mit Scharfsinn und überraschendem Humor ihrer schmerzhaften Vergangenheit stellt und ihre Dämonen bekämpft. Weit entfernt von einer gewöhnlichen Schauspieler Autobiografie ist dies eine ermutigende und schonungslos ehrliche Geschichte über die Suche nach persönlicher Erfüllung, die einen garantiert überrascht und inspiriert. 

Some thoughts on ... „Call Me Crazy“:
Ich bin durch Zufall auf diese Autobiografie von Anne Heche gestoßen, weil ich bereits mehrere Hollywood Biografien gelesen habe und sie mir letzten Endes auf Amazon empfohlen wurde. Nach Lesen des Klappentextes habe ich mich, ehrlich gesagt, auf eine düstere Geschichte eingestellt, dessen Abgründe in die menschliche Psyche mich wahrscheinlich nicht mehr loslassen werden. Doch muss ich sagen, dass was von Anne in diesem Buch sehr gut widerspiegelt wird, ist ihr Kampfgeist und ihre Stärke, sowie ihre Intelligenz, die sie dazu bringt die Dinge die ihr widerfahren sind zu erkennen und zu verarbeiten.

Was Anne außerdem stylistisch wirklich sehr gut gelungen ist, ist der Sprung zwischen den Zeiten. So beginnt ihre Autobiografie mit dem wahrscheinlich ausschlaggebensten Telefongespräch ihres Lebens, einem ehrlichen Gespräch zwischen ihr und ihrer Mutter, und wird immer wieder unterfüttert mit Abschnitten aus ihrer Vergangenheit und Kindheit. Oft empfinde ich das Stilmittel als lästig, weil man aus dem Erzählstrang gerissen wird und wieder woanders landet. Aber hier muss ich sagen, ist das perfekt und sehr stimmig umgesetzt worden.

Als Leser, der eine wohlbehütete Kindheit hatte, wird man an vielen Stellen schockiert sein über das was im Leben mancher Menschen so alles schief gelaufen ist und wie sehr die Kindheit doch die eigene Psyche prägt. Anne gibt uns von Anfang an einen unfassbar ehrlichen und offenen Einblick in ihr Leben, als würde sie das ganze einer Freundin berichten. Bis zum Schluss ist die Autobiografie spannend, schockierend, abgedreht, ehrlich und auch faszinierend.

Das Buch endet auf den letzten 10 Seiten leider etwas abrupt und wirkt so als wolle Anne dem Leser verkaufen, dass sie jetzt geheilt ist, was man ihr leider nicht ganz abnehmen kann. Aber ansonsten hat mir die Autobiografie sehr gut gefallen. Ich habe das Buch nicht mehr weglegen können und hatte es innerhalb weniger Tage gelesen. Auch wenn dieses Buch inzwischen über 15 Jahre alt ist, kann ich sie dennoch jedem empfehlen der sich für ehrliche und faszinierende Biografien interessiert und dabei nicht abgeneigt ist, wenn es mal etwas abgedrehter zugeht.

Mein Gesamteindruck:
Ergreifende und schonungslos ehrliche Autobiografie die zum Nachdenken anregt.

Meine Bewertung:

Helen Callaghan - Dear Amy

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Charlotte Link - Die Entscheidung

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